Kreiswahlprogramm 2020

FURSTY - KLIMANEUTRALE STADT DER ZUKUNFT

Wir haben eine Vision für Fursty, für die zivile Nachnutzung des Fliegerhorstes. Dort kann der Leuchtturm entstehen, der weithin sichtbar macht, was unseren Landkreis besonders macht. Wir können dort die Verbindung von Wohnen, Arbeiten, Bildung und Mobilität neu denken. Eine Stadt der Zukunft, behutsam eingebunden in bestehende Raumstrukturen und einen einzigartigen Naturraum. Hier liegt ein Juwel vor uns, aus dem wir endlich etwas machen müssen.

Die Frage der Mobilität soll dabei führend sein. Als inhaltlicher Schlüssel für ein gelingendes Projekt genauso wie auf der Zeitachse in der Realisierung. Die Verkehre im Landkreis kollabieren jetzt schon, Ziel muss also sein, Verkehre zu vermeiden und die öffentlichen Mobilitätsangebote leistungsfähig und komfortabel zur Verfügung zu stellen. Wir setzen uns ein für eine Tram- oder Seilbahnverbindung von Fürstenfeldbruck durch den Fliegerhorst bis nach Gernlinden und Maisach. Diese neue Infrastruktur muss fertig sein, bevor die ersten Gebäude bezogen werden. Der PkW-Mobilität weisen wir nurmehr eine untergeordnete Rolle zu. Bei uns ist führend die öffentliche Mobilität verbunden mit einem modernen Radwegesystem und jeder Menge E-Sharingangebote.

Wir müssen Orte für Bildung und Forschung sowie qualitätsvolles Arbeiten schaffen. Hier gilt es, die gut untersuchten bestehenden ökonomischen Strukturen des Landkreises zusammenführen und einen neuen Anker schaffen. Warum nicht ein Innovationszentrum „klimaneutrale Stadt“ in Fursty. Mit einer Fakultät der großen Münchner Universitäten, mit Startups und Big Playern. Das könnte auch ein Motor für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der Wirtschaft im Landkreis sein. Wir müssen vorsichtig umgehen mit dem Flächenverbrauch, auch deshalb müssen in Fursty mit Arbeit und Forschung gut vernetzte urbane Wohnstrukturen entstehen.

Unter einfühlsamer Einbeziehung des denkmalgeschützten Altbestandes. Wir müssen dort das Verhältnis zwischen bezahlbarem und freifinanziertem Wohnungsbau umdrehen. So wie das in Wien seit über hundert Jahren erfolgreich praktiziert wird. 60% kommunaler und öffentlich-geförderter, gerne auch genossenschaftlicher Wohnungsbau, 40% über den Markt entwickelt. Die verschiedenen Wohnangebote müssen eng vernetzt werden, so dass keine sozialen Brennpunkte, sondern lebendige und gemeinschaftliche Wohnquartiere entstehen.

Die Infrastruktur öffentlichen Lebens mit kleinteiligen Einkaufsmöglichkeiten, einem guten Gastronomieangebot und jeder Menge Freizeit und Kultur organisieren wir gemeinschaftlich, auch hier gibt es gute Erfahrungen in europäischen Metropolen. Gemeinwohlorientiert, klimaneutral, leistungsstark und mobilitätsarm. So stellen wir uns Fursty, unsere Stadt der Zukunft, vor.

Ein solches Projekt können wir nur in professionellen Strukturen organisieren. Ein guter Weg könnte eine Entwicklungsgesellschaft sein, in die verschiedene Stakeholder jeweils ihren besten Beitrag einbringen. Diese Gesellschaft muss interkommunal sein und sollte auch die Kompetenzen aus Wissenschaft und Wirtschaft integrieren. Chancen und Risiken sollten gerecht und ausgewogen verteilt werden. Der Umstand, dass die Flächen schon in öffentlicher Hand sind, bietet die einmalige Chance, hier wirklich bezahlbaren Wohnraum in zukunftsfähigen Strukturen zu schaffen.

Wir könnten das Projekt niederschwellig beginnen mit einem studentischen Forschungsprojekt. Die Bereitschaft dazu ist z.B. bei der TUM vorhanden. Wenn so eine erste Sichtbarkeit geschaffen ist, gehen wir in einen inhaltstiefen und ernsthaften Bürgerdialog. Eine solche Chance können wir nur gemeinsam nutzen. Auf der Entwicklungsachse von Dachau bis zum Flughafen entstehen spannende Entwicklungszonen, mit denen wir um Forschung und Hightech konkurrieren. Der Landkreis Fürstenfeldbruck hat auch hier schon viel zu viel Zeit vergeudet.

Wir müssen uns selbstbewusst eine dauerhaft erfolgreiche Position in der Metropolregion München erarbeiten.

Zeit loszulegen!