Kreiswahlprogramm 2020

ABFALLBESEITIGUNG IM LANDKREIS – ÖKOLOGISCH, BÜRGERFREUNDLICH, WIRTSCHAFTLICH

Im Landkreis FFB beseitigen wir grundsätzlich unseren eigenen Abfall, dies erwarten wir auch von anderen entsorgungspflichtigen Gebietskörperschaften, die Müllverbrennungsanlage ist kein Müllofen für riesige Fremdmüllannahmen aus ganz Südbayern. Sie dient vorrangig dem Eigenbedarf. Mülltourismus darf nicht eintreten. Die Anlage bleibt weiter in Trägerschaft der Landkreise FFB und DAH, eine Hereinnahme weiterer ortfremder oder etwa privater Träger lehnen wir ab.

Priorität hat für uns:

  1. Vermeidung von Abfall und stoffliche Verwertung gehen vor Müllbeseitigung.
  2. Dazu müssen Stoffkreisläufe organisiert werden.
  3. Erst danach kommt eine Beseitigung nicht vermeidbarer Reststoffe durch Verbrennung.
  4. Ein weiteres umfassendes Recycling aus der Restschlacke und eine umfassende Energienutzung der Verbrennung ist selbstverständliche Pflicht. Die Wärme- und Energieeverwertung der GfA erweitern, wo immer möglich, aber nicht um den Preis der Zerstörung der besonderen Landschaft im Graßlfinger Moos. Diese Umsetzung dient vielmehr dem Gewinnen von Elektrizität bzw. von Fernwärme für die (ausbaufähigen) Netze der Umgebung für Gewerbegebiete und klimaneutrale Wohnsiedlungen

Das vielfältige System mit seinen Bring- und Holelementen sowie die weitere Sortierung, Verwertung und Behandlung des Abfalls sind laufend auf ökologische Effizienz, Kundenkomfort und Wirtschaftlichkeit zu überprüfen. Dazu haben wir gutachterliche Müllanalysen und Kundenbefragungen unterstützt. Aktuell wollen wir – nach guten innovativen Erfahrungen im Ausland wie z.B. in der Schweiz - die Machbarkeit bezüglich einer Umrüstung des Müllheizkraftwerks GfA auf eine Trockenschlackeverwertung mit nachgelagerter Filter- und Sortieranlage zur Gewinnung von hochwertigen Rohstoffen aus den Reststoffen der thermischen Behandlung prüfen und ggfs. umsetzen. Es sollen Vor- und Nachteile des Thermo-Recycling-Systems nach Schweizer Vorbild und die Auswirkungen auf das aktuelle Mülltrennsystem im Landkreis aufgezeigt werden.

Nicht zuletzt die aktuelle Studie des AWB zur Zusammensetzung des Hausmülls sowie die durchaus in der Bevölkerung stets diskutierte Praktikabilität und Effektivität des aktuellen Trennsystems zeigt, dass es durchaus angebracht ist, andere Möglichkeiten des Trennsystems und des Recyclings zu untersuchen.

Der Kunststoffanteil im Restmüll in FFB liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt. In der Schweiz wird dagegen kein Plastik separat gesammelt, sondern als hilfreicher Brennstoff in der MVA mitverbrannt. Dadurch muss, anders als in Deutschland aktuell Vorschrift, kein Öl zugefeuert werden.

Auch werden Elektrokleingeräte u.ä. nicht mühsam getrennt und aufwändig recycelt, sondern ebenfalls thermisch behandelt. Durch die Verbrennung werden so Plastik und andere brennbare Bestandteile von den wertvollen Reststoffen getrennt. Durch die anschließende Filterung, Bearbeitung und Sortierung werden hochwertige Rohstoffe freigelegt und stehen zur Wiederverwendung zur Verfügung. Darunter fallen u.a. Glas, Metalle, Aluminium, Edelmetalle (über 60 Kilo Gold pro Jahr). Die Recyclingquote liegt durch diese systemische Behandlung laut der Verantwortlichen der MVA Hinwil (KEZO) deutlich über der hierzulande erreichten. Die KEZO Hinwil hat für die dortige Sortieranlage rund 40 Mio. Euro investiert, aktuell dürfte der notwendige Invest durch eine zwischenzeitlich ausgereiftere Technologie deutlich geringer sein. Pro Jahr werden nun Wertstoffe mit einem Marktwert von rund 10 Mio. Euro erwirtschaftet. Neben den umweltpolitischen ökologischen Gesichtspunkten, der deutlich niedrigeren Trenn-Notwendigkeit und des damit verbundenen Aufwandes für die Bevölkerung sprechen demzufolge auch wirtschaftliche Überlegungen wohl für einen solchen neuen Weg. Der Unterhalt der Anlage wird auf rund 1 bis 1,5 Mio. taxiert.

Durch die Aufbereitung der Verbrennungsreste (Schlacke) verbleibt deutlich weniger Restschlacke für die Abfuhr in Deponien oder zur Verfüllung in aufgegebene Stollen.