Mehr Transparenz, mehr Teilhabe, mehr Gleichstellung: Wichtige Zukunftsthemen im Kreistag am 19.10.2026

29. Oktober 2026

In der Kreistagssitzung am 19. Oktober 2026 standen mit Gleichstellung, politischer Teilhabe, Inklusion und Gewaltschutz mehrere Themen auf der Tagesordnung, die die gesellschaftliche Entwicklung des Landkreises langfristig prägen werden. Die SPD-Kreistagsfraktion brachte dabei wichtige Impulse ein, auch wenn nicht alle Anträge eine Mehrheit fanden.

Keine Mehrheit für die Europäische Gleichstellungs-Charta.

Ausführlich diskutiert wurde der Antrag der SPD-Kreistagsfraktion zum Beitritt des Landkreises zur Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf kommunaler und regionaler Ebene. Ziel war es, Gleichstellung künftig systematisch in kommunalen Handlungsfeldern wie Bildung, Gesundheit, Kinderbetreuung oder politischer Teilhabe mitzudenken und dafür einen verbindlichen strategischen Rahmen zu schaffen. Die Mehrheit des Kreistags lehnte den Antrag jedoch ab. Als wesentliche Gründe wurden die angespannte Haushaltslage sowie die Kosten für die Erarbeitung eines Aktionsplans genannt.

Die Referentin für Gleichstellung und Inklusion, Monica Süß, zeigte sich über die Entscheidung enttäuscht: „Bereits 2016 wurde der Beitritt erstmals auf den Weg gebracht. Zehn Jahre später wird weiterhin betont, wie wichtig Gleichstellung ist, gleichzeitig fehlt aber die Bereitschaft für ein öffentliches Bekenntnis und einen verbindlichen Rahmen. Laut aktuellem UN-Bericht wird es beim derzeitigen Tempo noch rund 171 Jahre dauern, bis weltweit Gleichstellung erreicht ist. Die Frage ist: Wollen wir warten oder unseren Beitrag leisten?“

Für die SPD-Fraktion bleibt die Überzeugung bestehen, dass Gleichstellung mehr braucht als einzelne Maßnahmen. Die Europäische Charta hätte bestehende Aktivitäten gebündelt, strukturiert und langfristig abgesichert.

Jugendkreistag setzt Impuls für mehr Transparenz

Ein weiteres zentrales Thema war der Antrag des Jugendkreistags zur Live-Übertragung von Kreistagssitzungen. Der Vorstoß machte deutlich, dass insbesondere junge Menschen mehr Transparenz und moderne Beteiligungsmöglichkeiten erwarten. Die SPD-Fraktion unterstützte das Anliegen und verwies auf zahlreiche Kommunen sowie den Bayerischen Landtag, die Livestreams bereits erfolgreich nutzen. Aus Sicht der SPD können digitale Übertragungen demokratische Teilhabe stärken und den Zugang zu kommunalpolitischen Entscheidungen erleichtern. Sowohl der Antrag des Jugendkreistags als auch ein weitergehender SPD-Prüfauftrag wurden mehrheitlich abgelehnt.

Fortschreibung des Inklusions-Aktionsplans

Positiv bewertete die SPD-Fraktion den Bericht zur Fortschreibung des Kommunalen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. In den kommenden Monaten werden Workshops zu zentralen Themen wie Mobilität, Wohnen, Bildung, Arbeit und Gesundheit stattfinden. Die SPD-Fraktion begrüßt die sorgfältige Vorbereitung und den breiten Beteiligungsprozess. Die anstehenden Workshops bieten die Chance, die Maßnahmen für die kommenden Jahre gemeinsam zu erarbeiten. Alle interessierten Akteurinnen und Akteure sind eingeladen, sich aktiv einzubringen und den Prozess mitzugestalten.

Landkreis unterstützt Gewalthilfeeinrichtungen

Ein wichtiges Signal setzte der Kreistag bei der Finanzierung der Gewalthilfeeinrichtungen. Der Landkreis wird Frauenhaus, Fachberatungsstelle und Interventionsstelle des Trägers Frauen helfen Frauen Fürstenfeldbruck e.V. in den Jahren 2027 und 2028 mit einer Übergangsfinanzierung unterstützen. Positiv bewertet die Referentin für Gleichstellung des Landkreises, Monica Süß insbesondere die Bereitschaft des Landkreises, bestehende Finanzierungslücken vorübergehend aufzufangen: „Der Landkreis übernimmt Verantwortung und sichert wichtige Hilfsangebote für von Gewalt betroffene Frauen. Gleichzeitig dürfen Spenden und kommunale Mittel nicht dauerhaft die Defizite einer unzureichenden Landesfinanzierung ausgleichen. Gewaltschutz ist eine staatliche Aufgabe und muss entsprechend finanziert werden.“

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