Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Amadeussaal der Stadthalle Germering beim diesjährigen Neujahrsempfang der SPD Germering. Unter dem Titel „Politik, die ankommt statt ‚die da oben‘“ diskutierten Gäste, Mandatsträgerinnen und Mandatsträger sowie Engagierte aus der Stadt über die Frage, wie Politik heute verständlich, transparent und nah bei den Menschen gestaltet werden kann.
Höhepunkt des Empfangs war der Vortrag des Politikinfluencers Robin Mesarosch, der von 2021 bis 2025 für die SPD im Deutschen Bundestag saß und mit seinen Videos regelmäßig ein Millionenpublikum erreicht – ohne zu polarisieren. Mesarosch zeigte auf, welche Inhalte und Formate in sozialen Netzwerken funktionieren, mahnte jedoch zugleich zur Wachsamkeit:
„Unsere Informationsinfrastruktur liegt heute in den Händen weniger extrem reicher Menschen. Wer die Plattformen kontrolliert, setzt auch die Regeln – und verfolgt damit eigene Interessen. Deshalb brauchen wir klare Regeln für soziale Medien, damit demokratische Debatten fair bleiben.“
An diesen Gedanken knüpfte der Germeringer Oberbürgermeisterkandidat Daniel Liebetruth an. Er hob das starke Miteinander in Germering und das große Engagement vieler Ehrenamtlicher hervor und machte deutlich, dass sich Kommunalpolitik veränderten Rahmenbedingungen stellen müsse. Der Wandel der lokalen Medienlandschaft mit weniger Berichterstattung bedeute weniger Einordnung und weniger Möglichkeiten, komplexe Themen verständlich zu erklären.
„Gerade weil sich Medienlandschaft und politischer Diskurs verändern, dürfen wir den öffentlichen Raum – analog wie digital – nicht denen überlassen, die mit Zuspitzung und Verunsicherung arbeiten. Unsere Antwort ist mehr Transparenz, mehr Erklärung und mehr direkte Kommunikation“, so Liebetruth.
Mit Blick auf den künftigen Stadtrat und den möglichen Einzug der AfD betonte Liebetruth, wie wichtig eine sachliche, verlässliche und verständliche Einordnung politischer Entscheidungen sei. Die SPD Germering setze deshalb auf neue Formen der Bürgerbeteiligung und Transparenz: von frühzeitiger öffentlicher Diskussion großer Stadtentwicklungsprojekte über eine regelmäßige Informationsbeilage in der Lokalpresse bis hin zu Livestreams von Stadtratssitzungen, einer Stärkung des Jugendrats und der Einführung eines Bürgerhaushalts.
„Nicht laut und nicht schrill, sondern verständlich und verlässlich – so entsteht Vertrauen. Und genau so schützen wir das Miteinander in unserer Stadt“, erklärte Liebetruth.
Der SPD-Landratskandidat Andreas Magg stellte seine Ideen für den Landkreis vor. Er bekannte sich klar zur Errichtung eines Gebäudes für die FOS Germering am Standort Harthaus und präsentierte Konzepte für ein modernes Müllsystem mit höherer Recyclingquote.
Durch den Abend führte der Ortsvereinsvorsitzende Maximilian Hermenau, der auf die starke SPD-Liste für den Stadtrat mit vielen engagierten jungen Kandidierenden verwies. Die Bundestagsabgeordnete Carmen Wegge gab zudem einen Ausblick auf die Vorhaben der SPD-Bundestagsfraktion im Jahr 2026.
Der Neujahrsempfang machte deutlich: Politik, die erklärt, zuhört und beteiligt, kommt an – und stärkt das Vertrauen in die Demokratie vor Ort