Verfassungen sind staubtrockenes Juristenwerk - so die wohl weit verbreitete Meinung in der Bevölkerung. Doch das Gegenteil ist der Fall! Verfassungen bestimmen den Alltag der Menschen, so auch in Bayern. Und auch wenn das deutsche Grundgesetz Vorrang hat gegenüber der Verfassung des Freistaats, so ist sie doch Leitbild für das politische Leben in Bayern. Oder besser gesagt: Sie sollte es sein. Denn immer wieder muss man die Staatsregierungen in Bayern an diese Verfassung und die daraus resultierenden Pflichten erinnern, trägt sie doch eine unübersehbar sozialdemokratische Handschrift, geprägt durch Wilhelm Hoegner, Sozialdemokrat, Jurist und erster Bayerischer Ministerpräsident nach 1945. Sie gilt zugleich auch als Vorbild für das Deutsche Grundgesetz und enthält prägende Leitlinien für alle gesellschaftlich relevanten Themen wie die Erbschaftsteuer, bezahlbares Wohnen, Arbeitnehmerrechte, Mindestlohn, für einen starken Sozialstaat, Umwelt- und Klimaschutz und Vergesellschaftung.
Wir wollen dieses große Werk bayerischer Verfassungsgeschichte würdigen und die Fragen stellen: Wie aktuell ist unsere bayerische Verfassung noch? Wie sehr betrifft sie noch immer den Alltag der Menschen? Was kann man tun, um das Bewusstsein für ihre Inhalte und für die zugrunde liegenden Werte zu schärfen? Und ist sie stark genug, die Demokratie zu verteidigen?
Über die ungeahnte Weitsicht und die Aktualität der Verfassung referiert Prof. Dr. Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, am Mittwoch, den 2. Dezember 2026 um 19 Uhr in der Friesenhalle Eichenau. Im Anschluss diskutiert sie darüber mit Michael Schrodi, MdB und Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen und allen Gästen.
Der Eintritt ist frei.